Schönheit und Wahnsinn.Dubai.

Im Februar 2014 bin ich eher zufällig in Dubai gelandet … das Ganze hatte sich spontan ergeben – im Gegenzug für Babysitting … sehr weit oben auf meiner „was ich von der Welt unbedingt sehen möchte-Liste“ stand Dubai vorher nie … aber neugierig war ich dann doch – schließlich sollte man sich ja von allem selbst ein Bild machen.

Nach der Ankunft, auf dem Weg ins Hotel schaut man mit großen Augen aus dem Fenster und staunt … trotzdem ist man nicht wirklich überrascht von den Hochhäusern, den Autobahnkreuzen – auf denen sich mehr Autobahnen kreuzen als man im Vorbeifahren zählen kann – von den unglaublich breiten Autobahnen mit 6 Spuren in jede Richtung. Alles ist einfach gigantisch – selbst wenn man schon Städte wie New York gesehen hat.

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Unser Hotel lag am Meer – etwa eine halbe Autostunde außerhalb von Dubai Stadt. Fährt man aus der Stadt hinaus kommt … nichts. Wüste. Kein Baum, kein Busch, kein Haus. Und dann, mitten im Nichts, die Auffahrt zum Hotel. Man fährt durch das Tor und – alles ist grün. Grüner als grün. Bäume, Blumen und Wasser ohne Ende – mitten in der Wüste.
So schön diese Hotelanlage auch war, mit den freilaufenden Pfauen, den Blumen, dem vielen Wasser, der sehr grünen Wiese … so schräg findet man das alles, wenn man sich daran erinnert, dass man eigentlich mitten in der Wüste sitzt. Und so ist man hin und hergerissen zwischen Begeisterung für die Anlage und Abscheu gegenüber der Tatsache wie abartig verschwenderisch und schräg das alles ist.

IMG_4618-2IMG_4841-2Dann ging es in die Stadt … viel gibt es dort eigentlich nicht zu sehen … aber es gibt zwei Extreme. Das eine, und wohl bekannteste, sind die Shopping-Malls. Stellt euch die größte Mall vor, die ihr kennt – sie ist bestimmt nichts gegen die in Dubai … Die Dubai Mall ist mit 350.000 Quadratmetern Verkaufsfläche die größte der Welt … aber alle diese Malls in Dubai sind gigantisch. Fast jeder weiß, dass es dort irgendwo eine Skihalle gibt, aber glaubt mir, wenn man sie dann sieht, zweifelt man doch etwas am gesunden Menschenverstand. Hat man sich da drinnen dann wieder einmal verlaufen, setzt man sich am besten irgendwo hin und beobachtet, wie Araber einen Ferrari im Laden kaufen – mit einer Leichtigkeit, mit der man hier vielleicht ein neues T-Shirt kauft. Auf der Suche nach dem Ausgang verläuft man sich – wenn man Glück hat – nur einmal.

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An die Dubai Mall grenzt ein riesiges Areal aus Wasserbecken, in deren Mitte sich ein neu angelegter Souq befindet, der wie das alte Stadtzentrum anmuten soll – was natürlich nicht ganz funktioniert. Außenrum riesige, alle gleich aussehende Bürogebäude … die auf einmal winzig klein aussehen – denn dort, direkt neben der Mall steht der Burj Khalifa. Mit über 800 Metern ist das der höchste Turm der Welt.

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IMG_4652-2 IMG_4650-2 Nach dem Besuch in einer solchen Mall kann man kaum etwas anderes als die Ruhe des Hotels ertragen. Nach ein paar Tagen bin ich dann wieder aufgebrochen – um mir das andere Extrem dieser Stadt anzusehen. Das Gegenteil von Autobahnen, Malls und Klimaanlagen – aber nicht weniger von Touristen überlaufen – und nicht weniger auf Touristen zugeschnitten.

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Kaum bewegt man sich zwei Straßen weg vom Touristischen Altstadtzentrum, sieht alles schon ganz anders aus …

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Um dem Chaos etwas zu entfliehen, bin ich dann einfach etwas herumgelaufen und habe mich treiben lassen – wie ich das in jeder Stadt tue. Im Nationalmuseum und entlang dem Dubai Creek – dem Fluss der direkt am alten Zentrum vorbei verläuft – findet man etwas Ruhe. Und man lernt, zu verstehen, was das für eine Nation ist, die hier in Dubai auf der einen Seite in größter Armut und auf der anderen Seite in größtem Luxus lebt.
Auch die Rekonstruktion des ehemaligen, prunklosen Herrscherpalastes ist sehenswert – schon alleine deshalb, weil man vom Dach aus einen tollen Blick über den Creek hat … und natürlich sieht man Burj Khalifa.

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Und nun noch ein paar Fotos von meinem Lieblingsplatz in Dubai – den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, wenn man dort ist – es ist der historische, unter Denkmalschutz stehende Stadtteil Al Bastakiya.
Obwohl er im Reiseführer steht, war ich dort fast alleine … die kleinen Gassen sind wunderbar kühl – überall gibt es kleine Cafés und Galerien in den Innenhöfen … Das Flair dort ist einfach traumhaft.

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Im Großen und Ganzen bin ich sehr froh, dass ich Dubai gesehen habe … Nach einigen Tagen hat man gesehen, was es dort zu sehen gibt – ich denke also nicht, dass ich ein zweites Mal dort hinfahren werde – aber ich habe nun ein realistisches Bild von Dubai. Der unglaubliche Luxus, die Übertreibungen und Verschwendungen sind kein reines Klischee – es ist tatsächlich so. Aber es wird ebenso viel getan, um den Einwohnern und den Touristen die Geschichte des Landes und die Traditionen nahezubringen – und das funktioniert dank der vielen Museen und den offenherzigen Menschen sehr gut. Die Taxifahrer erzählen Anekdoten und Einwohner erzählen einem etwas über die Ecke, an der man gerade steht – das gibt es selten und hat mich sehr beeindruckt – so wie die ganze Reise – mal negativ und mal positiv. Aber wenn man ein Land besucht, was aus zwei derartigen Extremen besteht, wird wohl jedem Besucher eines der beiden besser gefallen.

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8 Gedanken zu „Schönheit und Wahnsinn.Dubai.

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